Über die Arbeit von Adveniat

Adveniat fördert die Arbeit der katholischen Kirche in Lateinamerika und der Karibik zugunsten von armen und benachteiligten Menschen. Im vergangenen Geschäftsjahr (2011/2012) waren es insgesamt 2.444 Projekte, die mit rund 35 Millionen Euro unterstützt wurden.

Schwerpunkte liegen in der Aus- und Weiterbildung kirchlicher Fachkräfte, in der Schaffung einer Infrastruktur (Gemeindezentren, Bildungshäuser, Kapellen, Transportmittel), in der Unterstützung von Ordensleuten und Laienverbänden sowie in der Förderung kirchlicher Medien, die von Staat und Wirtschaft unabhängig sind.

Adveniat bietet von sich aus keine Projekthilfen an oder schlägt keine Projekttypen vor. Die Initiativen und Vorschläge kommen aus Lateinamerika und der Karibik und werden dann in der Adveniat-Geschäftsstelle in Essen geprüft. Dabei müssen die Anträge vor allem drei Anforderungen genügen:

1. Anliegen werden in Lateinamerika formuliert

Adveniat denkt sich keine Projekte aus. Die allermeisten entstehen in den Gemeinden, nicht aus „übergeordneten Strukturen“. Adveniat fördert demnach nicht einige wenige Großvorhaben, sondern viele kleinere Projekte an der Basis der Kirche Lateinamerikas, also direkt bei den Menschen vor Ort.

2. Die Projekte kommen den Armen zugute

Da Adveniat die „vorrangige Option für die Armen“ der Kirche in Lateinamerika teilt, werden bei den Länderbudgets Armutsindikatoren berücksichtigt. Adveniat setzt regionale Schwerpunkte.

3. Sie müssen einen Eigenanteil bei der Finanzierung vorweisen

Die Projektpartner sollen nicht privilegiert, sondern in ihrer Arbeit unterstützt werden. Dazu gehört eine Eigenleistung, die der Projektpartner entsprechend der Verhältnisse (ökonomisch-sozial) in denen er lebt, aufbringen kann.

Wirkungsbeobachtung und Evaluation

Wirkungsbeobachtung und Evaluationen geben neben weiteren Zielen Spenderinnen und Spendern sowie anderen Unterstützern von Adveniat Auskunft über Wirkungen der Adveniat-Arbeit, über Stärken und Schwächen, Erreichtes und nicht Erreichtes. Seit 2012 führt Adveniat regelmäßig Evaluationen mit externen Gutachtern durch. Auch wenn die verstärkte Aufmerksamkeit auf die Wirkungsbeobachtung einen Mehraufwand und einen intensiveren - manchmal auch konfliktreicheren - Dialog mit den Partnern einfordert, nutzt sie den Armen, weil diese die Möglichkeit bekommen, sich zur Adveniat-Projektarbeit offen zu äußern.

Hilfe zur Selbsthilfe

Neben der klassischen Unterstützung der basis- und armenorientierten Projekte fördert Adveniat auch Initiativen, die Gemeinden und Bistümern in lateinamerikanischen Ländern den Weg in die finanzielle Unabhängigkeit bereiten: Projekte wie „Dízimo“ (Brasilien), „Compartir“ (Argentinien), „1% CALI“ (Chile) und „Diezmo“ (Peru) sind erfolgreiche Beispiele.

Priesteraltersversicherung in Lateinamerika und der Karibik

Im Alter droht vielen Diözesanpriestern in Lateinamerika Armut, weil sie im Gegensatzzu ihren Amtsbrüdern in Deutschland über keinerlei Rentenversicherung verfügen. Daher unterstützte Adveniat schon kurz nach seiner Gründung den Aufbau einer Altersversorgung für Priester. In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Bischofskonferenzen entstanden zum Beispiel in Bolivien, Nicaragua, Puerto Rico, Uruguay, Costa Rica und Ecuador Rentenversicherungssysteme, die sich selbst finanzieren. Vier weitere Länder sind auf dem besten Weg dazu, Kuba und Haiti bereiten sich zur Zeit auf den Beginn ihrer eigenen Rentenversicherungen vor.  Adveniat berät sie dabei und unterstützt sie finanziell. Im vergangenen Geschäftsjahr (2011/2012) flossen 250.000 Euro in die Priesteraltersversicherung.

|