Violett - Die Farbe der Besinnung

Violette Kerze
Violett leuchtende Kerze. Foto: Hellwig/Adveniat

In der katholischen Kirche kennzeichnen fünf liturgische Farben das Kirchenjahr, hinzu kommen zwei „inoffizielle“ Farben. Letztere sind Rosa und Blau. Rosa darf (aber muss nicht!) der Priester am vierten Fastensonntag „Laetare“ (Freue Dich!) und am dritten Adventsonntag „Gaudete“ (Freuet Euch!) tragen. Die Farbe Rosa, sozusagen als helleres Violett  soll die Wirkung der  Vorfreude auf das bevorstehende Fest steigern. Blau gilt als Marienfarbe und darf bei Marienfesten verwendet werden. Die Farbe Grün wird an normalen Tagen des Kirchenjahres, in der Kirche getragen. Sie symbolisiert die Hoffnung, von der das Leben getragen wird. Schwarz ist die Trauerfarbe, die früher stets bei Trauergottesdiensten eingesetzt wurde und heute vielfach durch Weiß ersetzt wird. Weiß drückt die (Auferstehungs-) Freude aus und Licht, Friede und Freude. Bei allen Herrenfesten wird Weiß getragen. Rot dagegen trägt der Priester oder Bischof bei den Festen der Martyrer und Aposteln sowie an Pfingsten (Feuerzungen!). Violett (umgangsprachlich oft Lila, dies ist jedoch ein gebrochenes helleres Violett) symbolisiert Buße, Umkehr und Besinnung und ist deshalb die Farbe der Fastenzeit. Das gilt nicht nur für die österliche Fastenzeit, sondern auch für den Advent, der eigentlichen Fastenzeit, weil er der Vorbereitung auf Weihnachten dient. Nach alter Tradition ist der 24.12. als Gedenktag von Adam und Eva nicht nur Fast-, sondern auch Abstinenztag, womit das Fleisch für diesen Tag von der Menuekarte gestrichen ist. Die beiden heilswichtigen Ereignisse, Erbsünde und Erlösung, werden im kirchlichen Festjahr in Kontrast gesetzt: Der 24.12. erinnert mit Fasten und Abstinenz an die Erbsünde und der 25.12. dann an die Geburt des Erlösers. Alles Violette wird in der Kirche durch Weiß abgelöst.

© Manfred Becker-Huberti

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